Nicky Fees kleiner Blog

Die Leere danach

Mein erstes Buch "Auf der Seite der Schatten" habe ich über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren geschrieben. In Etappen. Das Buch ist intern in drei Teile geteilt. Der erste Teil davon war bereits fertig, als ich 14 Jahre alt war. Die anderen beiden folgten mit 16 und 18. Danach überarbeitete ich alles und war zufrieden. Keine Leere, wahrscheinlich, weil mir der Text nach der langen Zeit nicht mehr so nah gegangen ist.

 

Nachdem der Roman veröffentlich war, setzt ich mich an mein zweites Buch "Ninas Symphonie" und schrieb dieses innerhalb eines Jahres fertig. Als das letzte Kapitel abgeschlossen war, fiel ich in ein tiefes Loch und musste tagelang weinen. Mir fehlten die Charaktere. Es fühlte sich an, als wäre jemand gestorben, den ich sehr gut kannte. Lese ich mir von Zeit zu Zeit das Buch nochmal durch, geht es mir genauso. Leere erfüllt mich bis in den letzten Winkel meines Körpers.

 

Ich sage immer, dass ich Verabschiedungen nicht leiden kann. Im realen Leben. Ich weiß nie so richtig, wie ich mich von meinen Freunden verabschieden soll, wenn wir nach schönen gemeinsamen Stunden oder Tagen wieder getrennte Wege gehen. Ist es mit den Büchern genauso? Das Gefühl scheint mir auf jeden Fall ähnlich zu sein - mit dem Unterschied, dass ich meine Freunde jederzeit erreichen und treffen kann. Natürlich könnte ich, wenn ich die Charaktere vermisse, einfach in den Roman reinlesen und sie sozusagen wiedersehen, doch ist es am Ende immer der selbe Text.

 

Jetzt, wo ich die Fanfictiongeschichte abgeschlossen und überarbeitet habe, geht es mir genauso, sicher, weil sie so lang geworden ist mit ihren 40 Seiten. (Ich erwähnte ja, dass noch eine Szene fehlte und für die Tiefe musste ich noch Feinheiten anfügen.) Es ist, als hätte ich wirklich erlebt, was ich geschrieben habe. Als hätte ich die Gefühlswandlung, die mein Ich-Erzähler durchmachen musste, auch durchgemacht. Die Szenen fegen durch meinen Kopf und Tränen laufen mir aus den Augenwinkeln. Ich wünschte, es wären reale Erinnerungen, die ich auf Papier festgehalten habe, und gleichzeitig auch nicht, weil mich das Erlebte dann viel zu sehr aufwühlen würde. Schreibe ich kürzere Erzählungen, ist danach keine Leere in mir. Ist das der wahre Grund, warum ich keine Romane mehr geschrieben habe? Wollte mein Gehirn mich davor bewahren, immer wieder in dieses Loch zu stürzen? Wäre möglich.

 

Geht es euch auch so, wenn ihr ein Projekt abgeschlossen habt?

 

Eure Nicky

19.7.17 10:58

Letzte Einträge: Kreative Phase, Es geht voran, Ein neuer Park, Mehr Blumen und so..., Books & more, Planänderung

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