Nicky Fees kleiner Blog

Ein neuer Park

Meine Mutter und ich wollten Montag an den See fahren. Leider war der Wind recht eisig an dem Tag, deswegen haben wir unsere Pläne geändert und beschlossen, in den neuen Park zu gehen, der in Borna Ost gebaut wurde.

 

 

Wie lange es den schon gibt, weiß ich leider nicht mehr, aber vorher hatten wir keine Zeit, uns dort einfach mal reinzusetzen. Früher war dort meine Grundschule. Ich bin froh, dass die Stadt nicht nur einen Parkplatz daraus gemacht hat.

 

Natürlich hat sich der Wind zu dem Zeitpunkt auch beruhigt, und wir hätten doch an den See fahren können. Dafür war es zu spät. Wir haben uns dann ungefähr zwei Stunden lang in den Park gesetzt und gelesen.

 

 

Wie man sehen kann, stehen auch ein paar Sportgeräte im Park, abgesehen von einer Schaukel. Als die Jungs weg waren, haben wir uns die Gerätschaften angeschaut.

 


 Hinterher waren wir noch in der Stadt und weil ich meine Kamera sowieso mithatte, habe ich Blumen fotografiert. Als mir mein Fotografen-Kumpel damals seine hochwertige Kamera gegeben hatte, hab ich auch nur Blumen geknipst. Ist irgendwie eine kleine Leidenschaft von mir.

 


 

Mein Buch ist gerade im Korrektorat und wird in den nächsten Wochen fertig sein. Natürlich sage ich bescheid, wenn es soweit ist.

 

Macht euch noch eine schöne Woche!

 

Eure Nicky

 

10.8.17 16:23, kommentieren

Die Trauerfeier auf der Festwiese

(Anmerkung: Fast alle Bilder in diesem Eintrag hat meine liebe Jennifer Bürger gemacht und nicht ich. Nicky - das blöde Walross - hat natürlich ihre Kamera an dem Tag Zuhause vergessen. )

 

Sonntag war es dann endlich soweit, dass wir Linkin Park Fans uns auf der Festwiese getroffne haben, um uns von Chester Bennington zu verabschieden. 2011 hatte die Band dort im Rahmen von Project Revolution ein Konzert gegeben. Vorbands waren damals auch mehrere da, aber ich erinnere mich nur noch an die Guano Apes, bei den anderen war ich nicht anwesend, weil zeitgleich das Meet & Greet damals stattfand.

 

Ich fuhr mit zwei Mädels zum Treffpunkt, die aus Chemnitz angereist waren. Ria und Jenny. Wir kamen bereits eine Stunde eher am Treffpunkt Haltestelle Sportforum an, hatten Rias Auto in einer Wohnstraße abgestellt. Auf dem Weg zur Haltestelle kamen wir an der Red Bull Arena vorbei und auch an der Halle, wo das M&G stattfand. Die beiden Mädels sagten mir, dass sie nie auf einem Meet & Greet gewesen waren, deswegen hielt ich mich auch zurück bei meinem Bericht darüber. Ich wollte nicht, dass sie neidisch waren.

 

Am Treffpunkt war um kurz nach Zwölf bisher nur ein weiterer Teilnehmer, der uns gleich fragte, ob wir auch dazu gehören. Ich vermute, er hat das aus dem Linkin Park T-Shirt geschlossen, das ich trug. Von uns vier Leutchens war ich die einzige mit einem Bandshirt, was mich etwas verwunderte. Kurze Zeit später fand auch meine liebe Jenny zu uns und zwei weitere Mädels, von denen eine eine Musikbox in zartrosa auspackte und natürlich unsere Lieblingsband spielen ließm damit die Leute wussten, wo sie hinmussten. Als nächstes fand Heike zu uns, die die Veranstaltung organisiert hatte. Es war mitterweile halb eins und wir waren nur sehr wenige. Heike sagte, dass sie froh wäre, wenn immerhin 50 Leute kommen würden.

 

Tatsache war, dass dann immer mehr Grüppchen zu uns fanden. Wir standen weit verteilt vor der Festwiese, wie man auf dem Bild sehen kann.


 (Der Blumenstrauß gehörte zu mir. )

 

In der anderen Richtung sah es ähnlich aus. Wir standen zu dem selben Zweck an der Haltestelle, aber nicht beieinander, was ich anfangs sehr schade fand. Mehr Gemeinschaft hätte ich mir gewünscht, ein bisschen zusammen rücken, um gemeinsam zu trauern. Heike beschoss dann, dass wir pünktlich 13 Uhr zur Festwiese gehen wollten. Ein weiblicher Fan in unserer Nähe hatte eine große Linkin Park-Flagge, sie schwenkte diese, um den Leuten zu zeigen, dass es losgehen sollte.

 

Wir gingen die kleine Treppe hinunter auf den Weg, der um die Festwiese herum verlief und bogen links ab. Dort gab es ein schattiges Plätzchen unter hohen Bäumen. Heike sagte, dass das unsere Ablegefläche werden wird und fragte, ob wir damit einverstanden seien. Niemand antwortete. Ein paar Leute nickten. Immer noch waren wir nicht gemeinsam, jedes Grüppchen oder Pärchen für sich.

(Jenny und ich vor der Festwiese)

 

Ich legte meine Blumen auf eine Flagge, die eine junge Frau auf den Boden gelegt hatte. Der Strauß half dabei, die Flagge zu halten. Ich sah, dass noch weitere Leute über die Wiese zu uns kamen, aus jeder Himmelsrichtung.

 


Wir stellten uns auf eine kleine Anhöhe, wo wir endlich sahen, wie viele Trauernde eigentlich gekommen waren. Außerdem hofften wir, dass wir meine Freundin Anne (+ ihr Freundin, deren Namen ich leider vergessen habe)  von dort aus besser finden könnten. Wir fanden sie auch kurze Zeit später, haben allerdings kein Foto zusammen gemacht.

 

 

 Um Abkühlung zu finden sind wir zurück zu unserem Schattenplatz gegangen, haben uns schließlich an eine kleine Mauer gesetzt und uns ausgeruht. Meine Mädels aus Chemnitz hatte ich schon lange aus den Augen verloren, bereits, als wir zur Festwiese aufgebrochen waren.

 

Jenny und ich beschlossen, die Veranstalterin Heike zu suchen, um nach dem weiteren Plan zu fragen. Immerhin wussten wir, wie sie aussieht. Wir gingen durch die Menge, vorbei an weinenden Fans, älteren und jüngeren Menschen, kleinen Kindern, Babys, zwei Frauen in Rollstühlen. So viele verschiedene Leute, die durch die Musik von Linkin Park eine Verbindung zueinander hatten. Langsam kamen wir uns alle näher. Die Grenzen verwischten.

 

Während der Suche sah ich die Mädels aus Chemnitz wieder, die mich auch sofort wieder begrüßten. Als wir Heike fanden, sagte sie uns, dass wir um zwei eine Schweigeminute abhalten würden und danach noch ein Lied singen wollten. Bei dem einen Lied blieb es dann nicht, wir sangen "In The End" und "Leave Out All The Rest" (bei letzterem bin ich mir grad echt unsicher, ob das nicht später war...), was uns endlich alle auf die gleiche Ebene holte. Wir waren keine langgezogene Reihe von Menschen mehr, die zufällig die gleiche Musik hörten sondern eine Einheit, die zusammenkam, um von Chester abschied zu nehmen. Ich sah die Trauer in den Augen neben mir. Ich sah die Tränen auf den Wangen der Frau mir gegenüber. Ich sah, wie noch mehr Menschen ihre Rosen ablegten und vor den Bannern und Bildern, Blumen und Grablichtern, den letzten Grüßen standen und weinten, sich an die Texte erinnerten, die er gesungen hatte oder an die Momente, in denen sie ihn real gesehen hatten.

 

Nach den Liedern begaben wir uns mittig auf die Festwiese, um ein Linkin Park Logo nachzustellen. Jenny und ich stehen mittig im P-Strich, Anne und ihre Freundin im P-Bogen weiter oben.

 

 (Photo by CUBOT Records | EHH Fotografie)

 

 Eine wunderbare Geste, wie ich finde. Danach löste sich die Veranstaltung langsam auf, Anne verabschiedete sich, aber Jenny und ich blieben noch bis um vier auf der Festwiese. An der Stelle wo unsere Blumen lagen, holte ein junger Mann seine Gitarre raus (er und seine Gesangspartnerin bilden die band "Last Monday" und spielte für uns noch ein paar Songs, bei denen wir kräftig mitsangen. Die beiden verabschiedeten sich viel zu schnell, wie ich fand. Ich hätte den ganzen Nachmittag weiter singen können, so schön war die Stimmung unter den Fans, die noch da waren.

 

Bevor wir uns auf den Weg Richtung Bahnhof machten, suchte ich die Mädels aus Chemnitz nochmal,  um mich zu verabschieden, aber wir konnten sie nicht finden. Dafür sprachen wir ein letztes Mal mit Heike und bedankten uns für die wundervolle Trauerfeier. Sie wird uns allen noch lange in Erinnerunngen bleiben.

 

Wir sind alle immer noch traurig, aber wir wissen, dass wir damit nie allein sein werden. Danke, an euch alle.

 

Eure Nicky

2 Kommentare 2.8.17 14:18, kommentieren